Eigentlich bin ich ein großer Fan des klassischen Holzkohlegrills. Für mich gehört der typische Grillgeruch genauso dazu wie die leichte Rauchentwicklung und das Gefühl, draußen am heißen Rost zu stehen. Gerade im Sommer gibt es für mich kaum etwas Entspannteres als einen gemütlichen Grillabend mit Freunden oder Familie. Leider sieht die Realität auf einem überdachten Balkon etwas anders aus. Offenes Feuer, starke Rauchentwicklung und Funkenflug sorgen dort schnell für Ärger mit Nachbarn oder Vermietern. Dadurch bleibt einem oft nur die Wahl zwischen einem Elektrogrill oder komplettem Grillverzicht. Lange Zeit konnte ich mich mit dem Gedanken an einen Elektrogrill allerdings nicht wirklich anfreunden. Viele Modelle wirken billig verarbeitet, liefern zu wenig Hitze oder erinnern geschmacklich eher an eine heiße Herdplatte als an echtes Grillen. Trotzdem wollte ich eine praktische Lösung finden, mit der sich auch auf dem Balkon vernünftig grillen lässt. Nach einiger Recherche und dem Vergleich verschiedener Modelle habe ich mich schließlich für den WMF Lono Master-Grill entschieden. Besonders interessant fand ich die zwei getrennt regelbaren Grillflächen, die hochwertige Verarbeitung und das insgesamt durchdachte Konzept. In den letzten Wochen habe ich den Grill ausführlich getestet und geschaut, wie gut er sich im Alltag wirklich schlägt.
Die Kaufentscheidung
Die Auswahl an Elektrogrills ist riesig. Vom einfachen Billiggerät bis hin zu Modellen für mehrere hundert Euro findet man inzwischen fast alles. Nach längerer Recherche habe ich mich für den WMF Lono Master-Grill mit zwei getrennt regelbaren Grillflächen entschieden. Es gibt zwar noch weitere Varianten, aber genau diese Aufteilung war für mich besonders interessant.
Ausschlaggebend waren für mich vor allem zwei Punkte: Zum einen vertraue ich der Marke WMF, zum anderen wollte ich einen Grill, der den Balkon nicht komplett mit Fettspritzern versaut. Bei diesem Modell gibt es zwei Spritzschutzelemente, die zumindest nach hinten einiges abfangen. Zusätzlich habe ich den passenden Standfuß von WMF bestellt, damit alles optisch und praktisch zusammenpasst. Alternativ lässt sich der Grill natürlich auch direkt auf einem Tisch nutzen.
Erster Eindruck und Aufbau
Zuerst zum Standfuß: Beim ersten Aufbau machte er einen stabilen und ordentlichen Eindruck. Die Freude hielt allerdings nicht ganz so lange, denn beim Umstellen zeigte sich schnell ein Schwachpunkt. Die einzelnen Teile sind nur zusammengesteckt. Hebt man den Standfuß an, kann er entsprechend leicht auseinanderfallen. Ich werde hier vermutlich noch mit etwas Kleber nachhelfen. Danach sollte das Problem erledigt sein.
Ebenfalls wichtig: Der Standfuß bietet keine Möglichkeit, Unebenheiten im Boden auszugleichen. Auf einem nicht ganz ebenen Balkon kann das schnell nervig werden.
Der Aufbau des Grills selbst ging dagegen sehr einfach von der Hand. Das Gerät wirkt hochwertig verarbeitet und macht insgesamt einen sehr guten Eindruck. Mit etwas Pflege sollte der Grill definitiv länger als nur eine Saison halten.
Nachdem der Grill auf dem Standfuß stand, kam allerdings die nächste kleine Ernüchterung: Befestigen lässt er sich dort nicht. Er steht lediglich auf vier Haltepunkten. Im normalen Betrieb ist das kein großes Problem. Wer den Standfuß samt Grill aber häufiger bewegen möchte, sollte vorsichtig sein.


Technische Details: WMF Lono Master-Grill
| Modellnummer | 04.1528.0011 |
|---|---|
| Farbe | Edelstahl |
| Artikelgewicht | 7,11 kg |
| Produktabmessungen | 50 x 28 x 18 cm |
| Leistung | 2400 Watt |
| Spannung | 240 Volt |
| Material | Edelstahl |
| Automatische Abschaltung | Nein |
| Aktionsradius | 1 m |
| Energieeffizienzklasse | A+++ bis D |
| Weitere Spezifikationen | Grillfläche: 280 x 500 mm |
Technische Details: WMF Standfuß
| Modellnummer | 0415970071 |
|---|---|
| Farbe | Cromargan matt |
| Artikelgewicht | 4,66 kg |
| Produktabmessungen | 37 x 58,5 x 72 cm |
Der erste Einsatz
Am Abend wollten wir den Grill direkt testen. Stecker rein, Temperatur hochdrehen und los. Nach ungefähr fünf Minuten war der Grill auf Stufe 5 von 5 heiß genug und konnte belegt werden.
Auf dem Grill landeten:
- Schweinenackensteaks
- Nürnberger Bratwürstchen
- Schwarze Tigergarnelen
- Kräuterbaguette
Besonders praktisch sind die zwei getrennt regelbaren Grillflächen. Links konnten Fleisch, Würstchen und Garnelen auf Stufe 5 gegrillt werden, während rechts das Baguette auf Stufe 3 langsam knusprig wurde. Das ist im Alltag wirklich angenehm und ein klarer Vorteil gegenüber einem einfachen Grill ohne getrennte Temperaturzonen. Mit Holzkohle lässt sich so etwas zwar ebenfalls lösen, aber nicht ganz so bequem.
Nach wenigen Minuten waren Fleisch und Garnelen gut gegrillt. Die Würstchen hätten für meinen Geschmack etwas mehr Hitze vertragen können. Wer sie lieber sehr dunkel oder kräftig gebräunt mag, könnte hier also etwas enttäuscht sein. Das Baguette wurde dagegen richtig gut: außen knusprig, innen warm und ohne verbrannte Stellen.
Die Reinigung
Ein großer Pluspunkt ist die Reinigung. Die Grillplatten und die Fettauffangschale lassen sich abnehmen und dadurch sehr einfach säubern. Grillflächen, Spritzschutz und Fettauffangschale können außerdem in den Geschirrspüler. Alternativ reicht auch die Reinigung mit Spülmittel in der Spüle.
Im Vergleich zum klassischen Grillrost und der Drahtbürste ist das deutlich entspannter. Mein Tipp: Auch wenn man nach dem Grillen keine Lust darauf hat, sollte man den Grill direkt reinigen. Später wird es meistens nur mühsamer.
Vorteile und Nachteile
Vorteile
- Solide Verarbeitung
- Einfache Reinigung
- Praktischer Spritzschutz
- Kinderleichte Bedienung
- Schneller und unkomplizierter Aufbau
- Zwei getrennt regelbare Grillflächen
Nachteile
- Könnte etwas mehr Hitze entwickeln
- Fettauffang wirkt nur bei intensiver Nutzung wirklich relevant
- Standfuß ist nicht besonders durchdacht
- Grill lässt sich nicht fest mit dem Standfuß verbinden
Fazit
Wer einen Elektrogrill sucht, der hochwertig wirkt und länger als nur eine Saison halten soll, dürfte mit dem WMF Lono Master-Grill zufrieden sein. Das Grillgut schmeckt gut, die Grillfläche ist angenehm groß und die Reinigung ist wirklich unkompliziert.
Abraten würde ich allerdings vom Standfuß. Er passt optisch zwar gut zum Grill, erreicht qualitativ aber nicht ganz das Niveau, das ich sonst von WMF erwarten würde. Für rund 49 Euro finde ich ihn deshalb zu teuer.
Anbei habe ich Grill und Standfuß verlinkt. Hinweis: Wenn du über einen dieser Links kaufst, erhalte ich eine Provision.